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Es werden heute viele Lehren vermittelt, die dem Suchenden suggerieren, dass man einen geistigen Weg ohne Anstrengung beschreiten kann. Das ist falsch. Es ist im Gegenteil so, dass ein wahrhafter geistiger Fortschritt nur durch große Disziplin verbunden mit der Ausbildung der Konzentrationskraft möglich wird.

Die Sinne zu meistern ist nur möglich, indem man die Imaginationskraft derart schult, dass man imstande ist, imaginativ jede Sinneswahrnehmung im Geiste ohne Störung über einige Minuten aufrechterhalten kann. Der Suchende muss diese Konzentrationsübungen jahrelang praktizieren, um sie beherrschen zu können.

Jede Konzentrationsübung, die man aus ganzem Herzen und mit aller Kraft praktiziert, hat eine ganz bestimmte Konsequenz. Es ist nämlich so, dass seelische Eigenschaften des niederen Egos an die Oberfläche des Bewusstseins kommen. Es ist für das niedere Ego eine Provokation, wenn der Mensch plötzlich selbst über seine Konzentrationskraft die Herrschaft übernehmen möchte. Das möchte das niedere Ego mit allen Mitteln verhindern.

Es ist dies der Kampf gegen die Dunkelheit. Eine Konzentrationsübung gleicht einer Herausforderung. Der Geist mit dem Schwert oder dem Speer des Willens muss gegen die Dunkelheit antreten.

Innenschau ist deshalb so ungeheuer wichtig, weil durch tiefe Erkenntnisse in Bezug auf negative und positive seelische Eigenschaften diese nicht mehr im Unterbewusstsein agieren können.

Der Weg der Befreiung wird nicht nur von negativen, sondern ebenso von positiven seelischen Eigenschaften verhindert. Ein inneres liebendes Wohlbefinden innerhalb einer spirituellen Gemeinschaft ist ein überaus großes Hindernis für die Befreiung. Das Problem ist, dass kaum jemand dies als Hindernis identifiziert.

Wahrhaftige Konzentrationsübungen sind deshalb immer gleichzeitig die schrittweise Auflösung des niederen Egos. Jede Konzentration bringt dem Übenden Licht und Struktur für den Geist. Unabhängig von einem magischen Weg sind Konzentrationsübungen für jeden Weg der Befreiung wesentlich. Immer ist eine willentliche und hierarchische Meisterung der jeweiligen Sphäre eine Voraussetzung. Für den planetaren Weg der Befreiung integriert der Suchende zuerst die grundsätzliche Schwingung der planetaren Gesetze (Genien und Intelligenzen). Diese Schwingungen stehen in einem gewissen Bezug zur sphärischen Astrologie. Durch diesen Zugang erschafft sich der Meditierende in sich vierpolig die Schwingung des Gesetzes. In meinem Buch über die Smaragd-Tafel habe ich diesen Zugang genau beschrieben.

Durch jede Meditation wird der Meditierende mit Strukturen des eigenen niederen Egos konfrontiert. Ebenso ist die Integrierung immer neuer universaler Gesetze eine große Anstrengung. Ohne Disziplin und Ausdauer ist die Praxis der drei Wegabschnitte, die ich auf dieser Seite beschrieben habe, nicht möglich.

Ebenso wird der Suchende immer wieder mit seinem täglichen Umfeld konfrontiert. Vor allem in der Familie und im nächsten Umkreis wachsen automatisch die Widerstände, wenn sich jemand geistig entwickelt. Das niedere Ego der Familienmitglieder und der Freunde und Bekannte, ausgenommen jemand hat wirklich einen Bekannten, der ein Eingeweihter oder Avatar ist, wehrt sich dagegen. Eine schrittweise innere Abgrenzung ist deshalb die automatische Folge.

Es ist grundsätzlich besser, ein positives Verhältnis zu der Familie und den umgebenden Menschen zu haben. Es ist jedoch so, dass diese in den allermeisten Fällen eine innere Transformation und damit Veränderung der Persönlichkeit nicht zulassen. Das Bild, welches sie seit Jahrzehnten von einem Menschen haben, möchten diese unbedingt aufrechterhalten. Dann ist eine innere wie äußere Lösung von der Familie und dem Freundeskreis deshalb die sich ergebende Konsequenz, weil der Suchende ansonsten gehindert wird, auf seinem Weg weiter zu gehen. Es gibt Menschen, die einen geistigen Weg gehen und innerhalb der Familie und des Freundeskreises bekommt niemand etwas mit. Das ist jedoch die Ausnahmen.

Nicht Frieden in der Seele zu erreichen ist das Ziel des Wegs. Frieden bedeutet in diesem Fall die Einordnung in ein subjektives familiäres, gemeinschaftliches und gesellschaftliches System. Im Gegenteil ist es der Kampf mit dem Schwert gegen diese Form des inneren Friedens. Dieser subjektive Frieden grenzt die Menschengruppen voneinander ab und erzeugt Krieg.

Wer nun davon spricht, dass der geistige Weg nicht anstrengend ist und alles von alleine geschieht, weiß nicht wovon er spricht. Derjenige geht keinen geistigen Weg. Es gibt auf der Erde keine größere Herausforderung, wie die völlige Transformation der Persönlichkeit. Diese Umwandlung ist die Konsequenz der Bildung des unsterblichen Körpers. Und es gibt auch keine größere Anstrengung.

Den Lohn jedoch, den derjenige erlangen kann, der den Weg der Befreiung zu Ende geht, ist über alle Maßen und unbeschreiblich groß. Er ist nicht mehr dieser Mensch, der im Körper geboren wurde. Er ist der Menschsohn, der nun in sich das Göttliche verwirklicht hat.