Seite auswählen

Die Ablehnung des Dualismus ist die Folge der Verneinung des weiblichen Prinzips im Universum. Einzig in Verbindung mit dem männlichen und dem weiblichen Prinzip ist ein Weg der Vollkommenheit und die Bildung des unsterblichen Körpers möglich.

Die Problematik des Monismus ist die Verneinung der kosmischen Hierarchie. Dies ist ein Teil des weiblichen Prinzips und das Männliche kann über sein Bewusstsein und seinen Willen nur in Verbindung mit dem Weiblichen eine höhere hierarchische Entwicklungsstufe erlangen.

Auf den Menschen angewendet ist Monismus die Annahme des Bewusstseins. Der Wille als Grundeigenschaften des männlichen Prinzips jedoch kann beim Monismus nicht ausgebildet werden, da der Raum der Entwicklung abgelehnt wird. Man kann sagen, dass der Wille derjenigen Menschen auf die Selbstbestätigung im Bewusstsein ausgerichtet ist. Der Monismus erkennt das Bewusstsein im Geist und lehnt jedoch die Individualität der Seele des Menschen ab. Ebenso lehnt es das Bewusstsein als Zusammenfassung der geistigen Grundeigenschaften Wille, Intellekt und Fühlen ab.

Aus diesen Gründen ist das so oft zitierte Ziel geistiger Entwicklung, die Auflösung der Dualität, die Konsequenz der bewussten Ablehnung geistiger und seelischer Entwicklung ist. Man könnte es auch so beschreiben, dass Anhänger dieser religiösen Richtung (Strömungen des Advaita) in einen Urzustand zurückgehen möchten. Die Problematik ist in dieser Betrachtung die Existenz des Kosmos und die Existenz des Menschen an und für sich. Deshalb wird immer wieder die Existenz der Dualität geleugnet und diese als Illusion angesehen.

Aus Sicht der Einweihungslehre stellt derjenige das Bewusstsein als solches in den Mittelpunkt. Die Definition von Bewusstsein ist grundsätzlich jedoch Gefäß und Inhalt. Erst beides gemeinsam definiert Bewusstsein.

Monismus versucht das Bewusstsein auf das Gefäß zu reduzieren und verneint den Inhalt. Als Gefäß entspringt Bewusstsein als Grundeigenschaft des Geistes dem Akasha, also dem Ursachenprinzip, Gott. Der Inhalt wird über die individuelle Seele und den mehr oder weniger ausgebildeten Geist gebildet. Je weiter jemand entwickelt ist, desto vollkommener ist der Inhalt. Als Ausweg aus diesem Dilemma definiert der Monismus die Eigenschaft des Bewusstseins an und für sich als Inhalt.

In der Konsequenz bedeutet dies, dass der jeweilige Entwicklungszustand des einzelnen Menschen diese Stufe definiert, auf welcher sich das Bewusstsein selbst bestätigt.

Nun geschieht es, dass sich die Menschen über ihre Geburt im grobstofflichen Körper automatisch als Körper identifizieren. Dies ist die sich ergebende Folge der Geburt im physischen Körper. Das Bewusstsein wiederum trägt als Inhalt die Bedürfnisse der Grobstofflichkeit.

Meint nun jemand, in diesem Bewusstsein den Monismus erkennen zu können, meist initiiert durch mystische Erfahrungen, beginnt er ein System in sich zu integrieren, welches sich in der Grobstofflichkeit selbst bestätigt. Das Bewusstsein als Eigenschaft des Akasha, Alles in Allem, definiert sich für diesen Menschen über die Grobstofflichkeit und damit Dunkelheit. Das Gefäß Bewusstsein erkennt sich in der Dunkelheit als Göttlich.

Auch herrscht die Ansicht, dass es nur eine Bewusstseinsebene gibt. Anders ausgedrückt meint man, dass nur ein Akasha existiert. Gleichbedeutend wäre die Meinung, dass es nur eine Dimension der Existenz gibt.

Das stimmt nicht und hier beginnt der fatale Irrtum jeglicher monistischen Spiritualität. Es gibt nicht nur eine Bewusstseinsebene, sondern unendlich viele. In der menschlichen Entwicklung werden die höheren Bewusstseinsebenen über den Aufstieg des Geistes (Wille, Fühlen, Intellekt und Bewusstsein) durch die 7 Sphären erreicht.

Das bedeutet, dass der Anhänger des Monismus das Akasha der Grobstofflichkeit als höchste Form des Bewusstseins in sich meint zu erkennen. Nachdem höhere sphärische Dimensionen einzig über die Ausbildung des Willens, des Fühlens und des Intellekts erreichbar sind, ist er gar nicht in der Lage, sein Bewusstsein als unvollkommenes Bewusstsein zu erkennen. Wie in einem Spiegelkabinett wird ihm seine eigene Bewusstseinserfahrung durch die Eindimensionalität der Grobstofflichkeit als höchstes Bewusstsein immer wieder präsentiert.

Durch diese Praxis geschieht keine Transformation, da derjenige in sich schon das höchste Bewusstsein wähnt. Da die Schöpfung jedoch hierarchisch gegliedert ist, wird dieser Mensch trotzdem in einem fort von höheren Sphären berührt und bewegt. Das Problem ist jedoch, dass er dies in den meisten Fällen gar nicht merkt.

Nun entsteht eine Form der Blasenbildung innerhalb der Grobstofflichkeit. Jegliche Einflüsse werden meist als Illusion abgelehnt und verneint. Dies kann jahrelang so weitergehen. Irgendwann geschieht eine Form des Zusammenbruchs. Dies ist ein Glück für diesen Menschen. Derjenige erkennt plötzlich, dass er sich in den letzten Jahren überhaupt nicht verändert hat. In diesen Fällen fällt er bildhaft ausgedrückt aus dieser Blase in die Realität der sphärischen Hierarchie.

Meistens beginnt diese Identifizierung mit dem Monismus durch eine mystische Erfahrung in Verbindung mit dem Bewusstsein. In dieser Erfahrung identifiziert sich dieser Mensch mit dem Bewusstsein, welches raum- und zeitlos existiert. Dieses Erlebnis kann für denjenigen jedoch immer nur in dieser sphärischen Dimension erfahren werden, welche der Geist über die Entwicklung seiner Eigenschaften und Grundeigenschaften schon integriert hat. Das bedeutet, dass die Erfahrung auf die Grobstofflichkeit beschränkt bleibt und derjenige das raum- und zeitlose Bewusstsein der materiellen Ebene erfahren hat.

Monismus ist für das niedere Ego sehr bequem. Eine wirkliche Transformation ist ungeheuer anstrengend und es bedarf großer Disziplin und Willenskraft. Jeder Aufstieg in die nächste Sphäre ist gleichzeitig eine Transformation vergangener Bewusstseinsinhalte. Wer jedoch die Dualität ablehnt und leugnet, bleibt mit seinem Bewusstsein in diesem geistigen Zustand, welcher seiner geistigen Reife entspricht.

Bildhaft ausgedrückt identifiziert sich ein Mensch, der diese Form des Bewusstseins im Monismus als höchste Wirklichkeit annimmt mit einem Sandkorn und ignoriert den Kosmos. Eine Einswerdung mit dem höchsten Bewusstsein ist jedoch erst dann möglich, wenn der Suchende diese Inhalte in sich selbst verwirklicht hat, die der höchsten hierarchischen Stufe entsprechen. Dann vereinigen sich das männliche und das weibliche Prinzip im Menschen, der Geist und die Seele. Derjenige wird die Personifikation des höchsten Prinzips.

Ein großes Problem der heutigen Zeit ist die Durchweichung der esoterischen Disziplinen durch den Monismus. Nicht-Dualität, Einswerdung, Ichlosigkeit und so fort sind Schlagworte einer esoterischen Orientierung, die sich sehr weit von einer Lehre der Vollkommenheit entfernt hat. Selbst in der Hermetik gibt es Strömungen, welche ein quasi monistisches Bewusstsein fördern.

Alle diese Strömungen vermitteln ein Bewusstsein der Losgelöstheit durch die Annahme der eigenen Akzeptanz im gegenwärtigen Zustand. Dass ist die größte Illusion, da sie eine bewusste Entwicklung in ein hierarchisch höheres Bewusstsein verneint. Monismus wird die Rechtfertigung der Verneinung geistiger Entwicklung. Wer seine Unvollkommenheit zur Vollkommenheit erklärt, umgeht seinem Eingeständnis in Bezug auf seine Willenskraft, seinen Intellekt, seine Fähigkeit des Fühlens wie aller anderen geistigen Eigenschaften.

Das niedere Ego, also dieses Bewusstsein, welches sich mit der Grobstofflichkeit identifiziert, wird vergöttlicht. Das ist die Vergöttlichung der Dunkelheit. Wer sich in einer Blase befindet, weiß gar nicht, von welchen Mächten und Kräften er bewegt wird.