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In seinem Buch, „Der Weg zum wahren Adepten“, offenbart Franz Bardon den Inhalt der ersten Tarotkarte und damit die Praxis des ersten Weisheitsblattes. Allgemein betrachtet beschreibt Franz Bardon einen magischen Weg, der zur Pforte der Einweihung, das ist der Durchgang in die Erdgürtelzone und weiter in die 7 Sphären, führt. Im Zentrum des magischen Weges steht die Beherrschung des Willens. Der Wille ist analog dem Element Feuer und damit auch dem Licht. Durch Übungen der Konzentration manifestiert der Magier in sich automatisch Licht. Der Aufbau dieses Buchs von Franz Bardon folgt dem Inhalt des ersten Weisheitsblattes und entspricht den Gesetzmäßigkeiten der Entwicklung des menschlichen Geistes.

Betrachtet man andere magische Bücher, so folgen diese nicht den Gesetzen des Weisheitsblattes der Magie, sondern individuellen Gegebenheiten wie der persönlichen Entwicklung, einer Religion, den Vorlieben des Autors und so fort. Dieser Unterschied ist grundlegend.

Ein kurzer Überblick über den Aufbau der ersten 5 von 10 Stufen mit einzelnen Beispielen der jeweiligen Stufe:

  1. Stufe: Gedankenleere über 10 Minuten
  2. Stufe: Sinneskonzentrationen über mindestens 5 Minuten
  3. Stufe: Auf dieser Stufe muss der Magier schon ein seelisches Gleichgewicht besitzen. Negative Gedanken kommen nur mehr sehr selten, wenn überhaupt vor. Der Magier beherrscht nun seine Gedanken.
  4. Stufe: Bewusstseinsversetzungen
  5. Stufe: Elementeprojektionen, usw.

Diese Reihenfolge ist nicht willkürlich, sondern folgt der geistigen Notwendigkeit in der Ausbildung des Geistes. Bis zu dieser Stufe arbeitet der Magier ausschließlich, mit Ausnahme der Übertragung von Lebenskraft, in Verbindung mit sich selbst. Es geht immer um Selbstmeisterung und die eigene Vervollkommnung.

Wer den Aufstieg zum Magier bis in die höheren Stufen gegangen ist, ist nicht mehr in der Lage, negativ zu denken. Sein Geist und seine Seele sind derart von Licht und von Liebe, Macht und Weisheit durchdrungen, dass ihm jegliche Form einer magischen Arbeit im Widerspruch zur Göttlichen Vorsehung unmöglich wird.

Erst auf dieser Stufe der Entwicklung ist es nicht mehr das Gewissen, welches den Magier als innere Stimme Gottes leitet, sondern sein eigener Wille in Verbindung mit seiner Intuition.

Nun geschieht es, dass diese Menschen auf einer magischen Entwicklungsstufe ganz am Beginn plötzlich meinen, dass nicht mehr das Gewissen die innere Instanz sein soll, der sie folgen sollen, sondern der eigene Wille. Die Internetforen sind voll von Menschen, die sich auf dieser Stufe wähnen. Dieser Wille agiert durch die Selbstüberhebung laufend gegen die innere göttliche Stimme des Gewissens. Das Werk von Franz Bardon wird dazu missbraucht, die innere Stimme des Gewissens zu unterdrücken.

Ebenso ist es üblich, dass Anfänger beginnen, unterschiedlichste Dinge aus ihrer pseudo-magischen Betrachtung heraus zu verurteilen. Man kann nicht höchste Stufen der Entwicklung für sich in Anspruch nehmen, ohne den Weg gegangen zu sein. Eine weitere Praxis ist die Benützung von Zitaten von Franz Bardon, um die eigene subjektive Sicht zu bestätigen. Derjenige verwendet das Werk von Franz Bardon dazu, eigene Meinungen des niederen Egos zu bestätigen und setzt es gegen andere Menschen ein.

Die Folge ist, dass diese Menschen mit der Zeit verrohen und gegenüber anderen Menschen immer kälter werden. Sie meinen zum Beispiel, dass nur weil ein Genius die Aufgabe hat, für Reichtum und Wohlstand zu sorgen, oder eine Intelligenz die Geheimnisse der Sexualmagie hütet, sie nun die magische Berechtigung haben, in Verbindung mit beiden Themen agieren zu können. Die Beschreibungen der göttlichen Gesetze werden verwendet, in der Dunkelheit agieren zu können.

Wer behauptet, den magischen Weg von Franz Bardon zu gehen und gleichzeitig in dieser beschriebenen Weise agiert, beschämt sich selbst und schadet dem Werk von Franz Bardon. Es ist ein Missbrauch des Werks von Franz Bardon.

Die Überheblichkeit vieler Menschen, die sich auf Franz Bardon berufen, ist unbeschreiblich. Sie nehmen für sich in Anspruch, die Wahrheit verkünden zu dürfen und schaffen es über Jahre, sich selbst zu belügen. Mancher meint sich als Nachfolger  von Franz Bardon und anderer als Hüter des Werks. Grundsätzlich sei festgestellt: Es gibt keinen Nachfolger und das Werk hütet sich selbst!

Nur, wer den Weg wirklich gegangen ist, hat in sich durch seine Ausbildung dieses Licht, diese Liebe, Macht und Weisheit verinnerlicht, die notwendig ist, diese magische Praxis im Sinne einer höheren Ordnung durchzuführen. Wer magisch arbeitet und agiert, ohne die jeweilige Stufe erlangt zu haben, weiß nicht, was er wirklich tut. Das betrifft auch alle Formen der geistige Heilungsarbeit. Die Konsequenz ist, dass sich viele Menschen immer weiter in ihrem Tun verstricken. Sie praktizieren magische Dinge, die sie bei weitem nicht beherrschen und müssen auch die karmischen Folgen tragen.

Wahre Hermetik und damit auch Magie ist niemals Selbstzweck, sondern immer verbunden mit Mitgefühl. Sehr viele Menschen, die sich heute mit den hermetischen Wissenschaften und damit auch der Magie beschäftigen, haben noch nicht einmal diese erste Stufe verstanden.